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Algen und Wasserlinsen – Plagegeister im Aquarium


 

 

Algen im Aquarium

 

Für Aquarianer gibt es eigentlich nichts Störenderes als Algen im Aquarium. In allen Teilen der Welt verbreitet, haben sie sich als äußerst hartnäckig und anpassungsfähig erwiesen. Ob an der Scheibe auf Pflanzen, Dekorationsgegenständen oder einfach frei im Wasser schwimmend. Eigentlich überall können Algen im Aquarium auftreten. Bei für sie guten Bedingungen sind sie in der Lage, das gesamte Becken in kürzester Zeit zu überwuchern. Das sieht nicht nur sehr unschön aus, sondern kann bei extremem Algenwachstum auch ein Indiz dafür sein, dass das biologische System aus den Fugen geraten ist oder gerade dabei ist, zu kippen. Außerdem wird den erwünschten Pflanzen die Lebensgrundlage entzogen, da Wasserpflanzen und Algen in direkter Konkurrenz zueinander stehen. Dazu muss gesagt werden, dass ein gemäßigtes Wachstum von Algen im Aquarium durchaus normal ist und sich nur selten verhindern lässt. Bei regelmäßigem Wasserwechsel und Reinigungsarbeiten sollte dieser normale Bewuchs aber kein Problem darstellen.

 

 

Ursachen

Bei massenhaftem Wachstum von Algen im Aquarium sollte man sich auf jeden Fall Gedanken über die möglichen Ursachen machen. Die Gründe, welche Algenwachstum begünstigen, können sehr vielfältig sein. Oft liegt die Ursache an mangelnder Wasserhygiene durch Vernachlässigung der Reinigungsarbeiten und eine zu hohe Dosis an Fischfutter. Auch ein überbesetzes Becken trägt zur Verunreinigung bei. Unter diesen Bedingen ensteht vermehrt giftiges Nitrit, welches für Fische tödlich sein kann. Direkte Sonneneinstrahlung und zu lange Belichtungszeiten fördern ebenfalls Algen im Aquarium. Beleuchtungszeiten von 8 - 11 Stunden pro Tag sind im Normalfall absolut ausreichend. Auch eine spärliche Bepflanzung erwünschter Aquarienpflanzen begünstigt das Algenwachstum, da weniger Konkurrenz vorhanden ist und Algen so leichtes Spiel haben, sich zu vermehren.

 

Bekämpfung

Es gibt die unterschiedlichsten Strategien und Vorgehensweisen, um Algen im Aquarium zu bekämpfen. Zuallererst sollte natürlich geklärt werden, um welche Algenart es sich eigentlich genau handelt. Nur so kann eine effektive Algenbekämpfung stattfinden und gezielt vorgegangen werden. Oft ist es auch sinnvoll, mehrere Vorgehensweisen zu kombinieren, um die besten Ergebnise zu erzielen. Im Folgenden werden die gängigsten Methoden der Algenbekämpfung aufgelistet.

 

 

  • Nährstoffgehalt im Wasser senken :
    Wasserwechsel durchführen und die Zugabe von Fischfutter auf Dauer reduzieren. Wenn nötig Filter reinigen und Fischbesatzung reduzieren.

 

  • Dunkelkur :
    Komplettes Abdunkeln des Aquariums über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen. Aquarienpflanzen könnten bei dieser Methode jedoch auch in Mitleidenschaft gezogen werden.

 

  • Algenfresser :
    Bestimmte Schnecken, Garnelen und einige Fischarten wie Saugwelse oder die Siamesische Rüsselbarbe sind sehr hilfreich bei der Bekämpfung von Algen im Aquarium.

 

  • Manuelle Entfernung :
    Grobe Entfernung der Algen mit der Hand und mit dem Einsatz von Klingenreinigern für die Scheiben. Stark befallene Pflanzenteile abtrennen und notfalls sogar die ganze Pflanze entfernen. Steine und anderes Dekorationsmaterial bei ca 80° abkochen und anschließend unter fließendem Wasser mit einer Bürste gut abschrubben.
 

  • Belichtungszeit verringern :
    Beleuchtungszeit auf unter 10 Stunden am Tag reduzieren. Bei Bedarf zusätzliche Beleuchtungspausen von ca. einer Stunde in den Tag integrieren.

 

  • Schnell wachsende Wasserpflanzen :
    Schnell wachsende Pflanzen wie etwa das Hornkraut oder die Grundnessel ins Becken setzen, da diese mit Algen um Nährstoffe konkurrieren und so das Algenwachstum gebremst wird.

 

  • Hilfsmittel aus dem Fachhandel :
    Im Fachhandel gibt es allerlei Algenbekämpfungsmittel zu erwerben. Ob auf biologischer oder chemischer Basis, diese Produkte sind immer mit Vorsicht zu genießen, da sie bei falscher Anwendung massiven Schaden anrichten können. Es ist daher ratsam, sich genauestens über das Produkt und dessen Auswirkungen sowie die Dosierung zu informieren, bevor man es im heimischem Becken verwendet

 

 

Die häufigsten Algenarten

 

Blaualgen (Cyanobakterien)

 

Eigenschaften

Bei der Blaualge, auch Schmieralge genannt, handelt es sich in Wirklichkeit nicht um eine Alge, sondern um eine Ansammlung von Bakterien – den sogennanten Cyanobakterien. Die Blaualge hat sich als enorm anpassungsfähig erwiesen und kann auch in sehr trockenen Gebieten überleben. Sogar Extremorte wie heiße Quellen können ihr nichts anhaben. Wie der Name schon vermuten lässt, bildet sie einen bläulich-schwarzen schmierigen Teppich, der Pflanzen, Dekoration und den Bodengrund überzieht. Zudem hat sie einen äußerst penetranten Geruch, der an hochprozentigen Alkohol oder Desinfektionsmittel erinnert. Es ist ratsam, Blaualgen umgehend zu entfernen, da sie dein Aquarium nicht nur sehr ungepflegt aussehen lassen, sondern auch Pflanzen schädigen.

 

 

Bekämpfung

Blaualgen benötigen Licht, daher bietet sich zur Bekämpfung eine Dunkelkur in Kombination mit Wasserwechsel an. Bei einer Dunkelkur ist es sinvoll, das Becken zusätzlich noch mit Decken abzudunkeln, da es nicht reichen würde, nur das Licht auszuschalten. Zusätzlich ist es ratsam, die Futterzufuhr zu reduzieren, da die Ursache von Blaualgen meist ein Überangebot an Nährstoffen im Wasser ist.

 

 

Rotalgen (Rhodophyceae)

 

Eigenschaften

Es gibt über 5000 bekannte Rotalgenarten, wobei man den größten Teil davon an den Küsten der Meere findet. Aber auch im Süßwasser ist diese Algenart verbreitet. In unseren heimischen Aquarien ist die Pinselalge und die Bartalge am häufigsten anzutreffen. Obwohl der Name Rotalge auf eine rötliche Färbung schließen lässt, sind Bart- und Pinselalge eher grau-braun bis schwärzlich gefärbt. Legt man sie in Alkohol ein, zeigt sich jedoch eine rote Färbung. Da es noch andere Algenarten gibt, die der Pinsel- und Bartalge sehr ähnlich sehen, können sie mit Hilfe dieser Methode eindeutig identifiziert werden.

 

Die Pinselalge wächst gerne auf Pflanzen und auf Dekoration wie etwa Steinen und Wurzeln. Dabei bildet sie kleine Büsche mit relativ kurzen Haaren, die tatsächlich an einen Pinsel errinern. Die Bartalge, welche im Anfangsstadium oft mit der grünen Fadenalge verwechselt wird, zeichnet sich durch ihre bis zu 10cm langen gekräuselten Fäden aus, die einem zotteligen Bart wirklich sehr nahekommen. Sie wächst wie die Pinselage gerne auch auf Pflanzen und Dekoration, ist aber dagegen häufig in der Nähe des Filters zu finden, da sie Orte mit leichter Strömung bevorzugt.

 

 

Bekämpfung

Um diese Algen im Aquarium loszuwerden, bietet es sich an, befallene Blätter zu enfernen und bei starkem Befall notfalls auch die komplette Pflanze zu entsorgen. Dekorationgegenstände am besten abkochen und anschließend unter klarem Wasser gründlich abbürsten, damit auch die letzten Rückstände entfernt werden. Bei Bart- und Pinselage können ergänzend noch Algen fressende Helfer eingesetzt werden. Garnelen, Schnecken und auch einige Fischarten wie etwa die Siamesische Rüsselbarbe eigenen sich hierfür hervorgend. Dabei sollte aber auch immer auf die korrekte Pflege der Algenfresser geachtet werden.

 

 

Grünalgen (Chlorobionta)

 

Eigenschaften

Der Begriff Grünalge ist geanuaso wie der Begriff Rotalge und Kieselalge ein Sammelbegriff.
Es gibt viele unterschiedliche Arten. Zu den unter Aquarianern bekanntesten Vertretern gehört die Pelzalge, die Grüne Punktalge sowie die Fadenalge. Im Folgenden werden wir uns die Fadenalge etwas genauer anschauen. Ähnlich wie die Kieselalge gehört die Fadenalge zu den weniger bedrohlichen Algen im Aquarium. Durch ihre tiefgrüne Farbe sieht sie vergleichsweise sogar recht ansehnlich aus. Sie bildet, wie der Name schon vermuten lässt, lange grüne Fäden aus, die teilweise enorme Längen von über 20 cm erreichen können. Meistens wächst sie an Pflanzen und Dekorationsgegenständen. Bevorzugt werden dabei Bereiche mit guter Strömung. Hält sich ihr Wachstum in Grenzen, ist das sogar ein Zeichen dafür, dass das Wasser ein sehr gute Qualität besitzt.

 

 

Bekämpfung

Auch bei Grünalgen kann es zu einem vermehrten Wachstum kommen. Grund dafür können zu hohe Nitrat- und Phosphatwerte sein, die mit einer Vernachlässigung der Reinigungsarbeiten sowie einer Überdosis an Fischfutter einhergehen. Geringe Bepflanzung und zu intensive Beleuchtung sollten ebenfals vermieden werden. Ratsam wäre es, die Beleuchtungszeit zu reduzieren und Pausen einzulegen, in denen das Licht komplett ausgeschaltet wird.

 

 

Kieselalgen (Bacillariophyta)

 

Eigenschaften

Die Kieselalge gehört meistens zu den ersten Algen im Aquarium, mit denen Anfänger
konfrontiert werden. Besonders in neu eingerichteten Becken die sich noch in der Einlaufphase befinden, ist sie sehr häufig anzutreffen, da sich das biologische Gleichgewicht noch nicht eingependelt hat. Glücklicherweise gehört die Kieselalge zu den harmloseren Vertretern und stellt im Normalfall keine Bedrohung deines Aquariums dar. Oft verschwindet sie sogar von ganz alleine wieder. Optisch unterscheidet sie sich deutlich von Bart- und Pinselalge. Im Vergleich zu diesen besitzt sie keine längeren Auswüchse, sondern ist eher wie die Blaualge ein flacher schmieriger Belag mit einer dunkelbraunen Färbung. Sie wächst am Bodengrund, auf Scheiben sowie auf Pflanzen und Dekoration.

 

Bekämpfung

Wie bereits erwähnt gehört die Kieselage zu den harmloseren Vertretern unter den Algen. Sollte sich denoch ein übermäßiges Wachstum einstellen, muss auch gegen sie vorgegangen werden. Zuerst bietet sich eine manuelle Entfernung an. Kieselagen lassen sich ähnlich wie die Blaualge sehr leicht abwischen oder absaugen. Anschließend sollte noch ein Wasserwechsel durchgeführt werden, um im Wasser schwimmende Algenteile aus dem Aquarium zu befördern. Da hohe Werte von Phosphat und Kieselsäure im Wasser das Wachsen von Kieselalgen sehr begünstigen, sollten diese mit Teststreifen ermittelt werden und gegebenfalls gesenkt werden. Eine weitere Möglichkeit ist, die Beleuchtung zu intensivieren, da Kieselagen sich besonders in schwachem Licht am wohlsten fühlen. Mit der Lichtstärke sollte es aber nicht übertrieben werden, weil sonst die Möglichkeit besteht, dass sich andere Algen im Aquarium ausbreiten könnten.

 

Wasserlinsen im Aquarium

 

Das Aquarianer-Dasein könnte so einfach sein, wenn es nicht dauernd irgendwelche Plagegeister geben würde, die uns das Leben schwer machen. Neben den Algen im Aquarium gibt es noch andere Störenfriede. Die an der Wasseroberfläche schwimmende kleine Wasserlinse (lemna minor), auch kleine Teichlinse oder einfach Entengrütze genannt, ist in kleinen Mengen zwar ganz nett anzuschauen, wegen der enormen invasionsartigen Vermehrung jedoch mindestens genauso nervraubend wie die allseits bekannten Algen. Es gibt viele unterschiedliche Arten wie etwa die Buckelige Wasserlinse (Lemna gibba) oder die Dreifurchige Wasserlinse (Lemna trisulca). Lemna minor ist jedoch am häufigsten in unseren Aquarien anzutreffen. Anhand ihrer Morphologie und Anatomie ist sie in die Familie der Aronstabgewächse (Araceae) einzuordnen, wurde früher aber fälschlicherweise der Familie der Wasserlinsengewächsen (Lemnoideae) zugeordnet. Sie wird unwissend und vor allem ungewollt mit neuen Pflanzen oder Fischen eingeschleppt.

 

Wasserlinsen und Algen im Aquarium

 

 

Wasserlinsen im  Aquarium

 

Eigenschaften

Die Blätter der Kleinen Wasserlinse sind oval, hellgrün schimmernd und werden ca 3 mm groß. Sollten die Blätter eine gelbliche Farbe haben, ist das auf einen Eisenmangel im Wasser zurückzuführen. An der Unterseite befindet sich die etwa 10 mm lange herabhängende Wurzel,mit der Nährstoffe aus dem Wasser bezogen werden. Lemna minor hat sich zum Leid vieler Aquarienbesitzer als äußerst hartnäckig und anpassungsfähig erwiesen. Sie ist in der Lage, über 2 Stunden im Trockenen auszuharren ohne Schaden zu nehmen. Sogar eine kurze Zeit im Eiswasser steckt sie problemlos weg. Obwohl lichdurchflutete Orte bevorzugt werden, gedeiht sie auch noch wunderbar in beinaher Dunkelheit. Ein wahrer Überlebenskünstler, der in relativ kurzer Zeit die gesamte Wasseroberfläche mit einem dichten Teppich zuwuchert und so den darunterliegenden Pflanzen das lebensnotwendige Licht raubt.

 

 

Bekämpfung

Sollten einmal Wasserlinsen ins Becken eingeschleppt worden sein, gestaltet es sich äußerst schwierig, sie wieder loszuwerden. Allein durch regelmäßiges Abschöpfen wird man sie nicht entfernen können, da es sehr unwahrscheinlich ist, wirklich jede einzelne Wasserlinse zu erwischen. Der Handel bietet chemische Bekämpfungsmittel an, von denen jedoch abzuraten ist. Chemischer Einsatz in einem empfindlichen biologischen System ist immer sehr gefährlich, da möglicherweise Fische und Pflanzen ebefalls Schaden nehmen könnten. Möglicherweise kann es helfen, das Becken über einen längeren Zeitraum komplett abzudunkeln, bis alle Wasserlinsen abgestorben sind. Hierbei muss man aber auch in Kauf nehmen, dass andere Pflanzen ebenfalls Schaden nehmen könnten.

 

 

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